Puh ... ich habe mir heute mal eine Tour angetan, die sich wohl wirklich als Mountainbike-Tour qualifiziert. Mein Gastgeber hatte sie mir gestern Abend noch empfohlen und wir haben sie dann schnell mal für mein eTrex Vista HCx abgesteckt, da ich mich rund um
Innsbruck echt nicht auskenne.
Bei meinem jetzigen Konditionsstand muss ich sagen, die Tour war wirklich grenzwertig. Wie man dem
Höhenprofil entnehmen kann, ging's bis zur
Muttereralm tatsächlich durchgehend bergauf ... und zwar größtenteils mit erheblicher Steigung.
Ich hätte die Strecke bis zur Alm sicher auch unter idealen Bedingungen nicht durchradeln können, aber der Föhnsturm, der fast durchgehend geblasen hat, hat es dann definitiv unmöglich gemacht. An Steigungen, an denen ich auch bei Windstille schon im 1. Gang hätte fahren müssen (und dass war der Fall bei weit mehr als 250 Höhenmetern), war der Gegenwind so stark (4-5, in Böen 6 Bf), dass ich schlichtweg auf der Stelle getreten hätte. Ergo: So traurig wie's war, musste ich das Rad einen großen Teil der Strecke schieben. Auf dem schotterigen Untergrund war an ein Anfahren eh nicht mehr zu denken.
Mein eTrex hat für die Strecke folgendes protokolliert:
Startzeit: 2008-08-12T09:37:57Z
Gesamtstrecke: 35,2 km
Durchschnittsgeschwindigkeit in Bewegung: 11,9 km/h
Aufstieg insgesamt: 1359 m
Ankunft an der Muttereralm: 2008-08-12T12:16:40Z
Abfahrt von der Alm: 2008-08-12T14:02:59Z
Höchstgeschwindigkeit: 55 km/h (da wäre mehr drin gewesen, aber ich musste aufgrund von Verkehrsregeln leider öfter mal bremsen beim Abstieg ... Nein, während des Aufstiegs musste ich nie bremsen!)
Zielzeit: 2008-08-12T15:17:58Z
Auf der Muttereralm angekommen (dort gibt's auch 'ne Seilbahnstation), war ich erstmal platt. An den Gurten meines Rucksacks und meines Helms und an meinen Schläfen hätte man das Salz bergmännisch abbauen können. Aber glücklicherweise hat die Muttereralm ein sehr gutes und günstiges Restaurant, wo ich mir erstmal 'nen Almdudler nebst Backhendl mit 'ner Riesenportion Kartoffelsalat einverleibt habe.
Interessant war, dass die Kellnerin immer mal wieder an Gäste herangetreten ist und gefragt hat, ob sie mit der Seilbahn runterfahren wollen, denn die würde "jetzt gleich mal wieder fahren", der Föhnsturm hätte etwas nachgelassen und die Bahn wäre wieder freigegeben.
Nach 'nem dreiviertel Lesestündchen in der Sonne hab ich mich dann an den Abstieg gemacht und ich muss sagen, ich bin froh, dass mein Rabe Series Seven eine gute Federgabel hat, sonst hätt's mir sicher die Arme zermürbt. Und meine
Magura-Bremsen sind echt Gold wert, denn blockierende Bremsen wären auf den Schotterpisten sicher kein Spaß gewesen. Mehr als 22 km/h waren auf den Schotterpisten echt nicht drin bei all den fetten Steinen, ausgespülten Regenrinnen und den scharfen Kurven. Die Forstwege waren auch cool, man kommt sich da eher wie eine Gemse als ein Radlfahrer vor.
Als ich abends wieder daheim war, war ich schon'n bissl froh. Jetzt warte ich mal ab, wann der Muskelkater einsetzt ... falls er einsetzt.