Na, ist schon komisch. Da fahr ich jetzt schon ein 3/4 Jahr so gut wie jeden Tag mit der S-Bahn an der Donnersbergerbrücke vorbei (bzw. drunter durch) und nichts (oder nicht viel) passiert.
Und dann kommt da so ein Baggerfahrer daher und weckt eine amerikanische 250 kg-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf ... ok, nicht so richtig, sie hat weiter geschlummert und das war auch gut so. Tolle Bombe: 60 Jahre Arbeitsverweigerung und nicht einen Hauch von einem schlechten Gewissen.
Und kaum ist der Fund identifiziert, räumt die Polizei im Umkreis von 1 km alles, was da kreucht und fleucht und evakuiert, was das Zeug hält.
Glücklicherweise arbeiten die Herren vom Sprengmittelräumdienst gewissenhafter als die Kollegen der amerikanischen Bombenfabrikation der 1940er Jahre, denn nach 20 Minuten war der Spuk vorbei und die Bombe ihres maroden Zünders beraubt.
Bei meinem Kunden wurden währenddessen Weltuntergangs-Kaffee-und-Kuchen/Kekse-Sitzungen abgehalten, alles lauschte auf den "Big Bang", der jedoch ausblieb. Interessant war auch das "Gerücht", das im Hause kursierte mit der "Bombenwarnung". Jedoch fühlte sich niemand geneigt, das Gebäude zu verlassen oder sonstwie seinen Tagesablauf der Situation anzupassen. Zunächst wußte ja auch niemand, welche Art Bombe es war und wo sie denn überhaupt sein sollte. Es wurde allein die Empfehlung ausgesprochen, während der Entschärfungsphase die Büros auf der der Donnersbergerbrücke zugewandten Seite zu verlassen und "alle Fenster zu öffnen" (scheinbar, um einer möglichen Druckwelle weniger Widerstand zu bieten), womit dann relativ sicher war, dass sich die Bombe nicht in unserem Gebäude, sondern irgendwo außerhalb befinden mußte.
Und so klingt ein weiterer Tag im harten Kampf ums Überleben aus und war doch, für den einen oder anderen (Sprengmittelräumdienstmitarbeiter), aufregender als sonst.