Es geht momentan wieder durch alle tagesaktuellen Medien (
BR-online,
Süddeutsche,
Oberpfalznet) und gab ja schon seit Monaten immer wieder Anlass zur Aufregung. Der Oberbürgermeister von Weiden in der Oberpfalz, Hans Schröpf, der, obwohl schon zweimalig vorbestraft wegen diverser Wirtschaftsdelikte (135 Fälle von Untreue, Betrug und Steuerhinterziehung) klammert(e) sich beharrlich an sein Amt.
Nun, nach langem Hin und Her, hat er es scheinbar geschafft, sich "aus gesundheitlichen Gründen" vorzeitig in den Ruhestand versetzen zu lassen.
Spürt Ihr da auch dieses Ziehen und Stechen Eures Gerechtigkeitssinns irgendwo zwischen dem Frontallappen und dem Sehzentrum? Ich meine, jeder Kleinkriminelle kriegt nach ein paar Wiederholungstaten spürbare Probleme mit der Gerichtsbarkeit (nicht, dass ich damit die Kleinkriminalität beschönigen oder rechtfertigen wollte), aber ein Herr CSU-Oberbürgermeister kommt nach über 135 Wirtschaftsverbrechen mit einer fetten Beamtenpension davon ...
Wie erkläre ich sowas einem Hartz IV-Empfänger, der sich nie etwas hat zu Schulden kommen lassen, der einfach nur Pech im Berufsleben hatte?
Ich frage mich, ob ich vielleicht im Amtsblatt den Ausruf einer Generalamnestie oder die Proklamation der Generalimmunität für bayrische Oberbürgermeister überlesen habe. Sollte sich da etwas grundlegend geändert haben, bitte ich um Nachricht. Sollte das nicht der Fall sein, bleibt nur die Anwendung der gegebenen Rechtsmittel gegen alle Straftaten, die Herr OB Schröpf begangen hat. Alternativ bitte ich sonst um Zusendung meiner Freibriefe für 135 Betrügereien, Steuerhinterziehungen und Veruntreuungen. Könnte man davon dann vielleicht 20 umtitulieren auf Schwarzfahrten? Man weiß ja oft im Voraus nie so genau, was man so braucht.