Das ist
Herr R. (Foto wegen Rechts an eigenem Bild hier nicht eingefügt). Herr R. kennt sich besonders gut mit Geld aus. Die Großen nennen sowas "Finanzen". Er hat früher aufgepasst, dass Leute (oder Banken) nicht andere Leute (oder Firmen oder andere Banken) über's Ohr hauen.
Und weil er sich so gut mit Finanzen auskennt, war er mal ein leitender Angestellter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen. Weil der Name von der
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen aber so lang ist, hat man ihr auch den Spitznamen BaFin gegeben. Klingt doch auch viel netter, oder?
Der Herr R. kennt sich nicht nur mit Finanzen aus, sondern auch damit, wie man sie dazu nutzt, um selbst einfach auf Staatskosten leben zu können. Er hat einfach zusammen mit einem Freund 6,4 Mio. € veruntreut oder als Bestechungsgeld eingesteckt.
Veruntreuung ist in etwa so wie wenn Deine Mama Dich mit 5 € losschickt, um Milch und Wurst zu kaufen und Du kaufst davon lieber 20 Deiner Lieblingskaugummis.
Nun, 6,4 Mio. € ist ziemlich viel Geld, damit könnte man z. B. 11.500 Sony PlayStation®3 kaufen.
Was denn, Du hast keine PS®3? Ruf doch mal den Herrn R. an, der gibt Dir sicher gerne eine ab.
Nunja, leider hat der Herr R. ein bisschen Pech gehabt, denn obwohl er in der BaFin gearbeitet hat, die alle anderen Firmen, die Finanzdienstleistungen anbieten, überwacht, wurde er selbst nicht überwacht (oder er hat sich selbst überwacht und dann nicht so genau aufgepasst - sowas kann schon mal passieren) und er ist nun aber trotzdem erwischt worden.
So wurde Herr R. also auch ein Experte für das "Leben auf Staatskosten", denn das ganze veruntreute Geld kommt ja von uns, den Bürgern, und wir sind der Staat (Du weißt schon, "Du bist Deutschland!" und so). Aber der Herr R. hatte auch ein bisschen Glück. Er darf nämlich jetzt die nächsten sechs Jahre (vielleicht auch weniger, wenn er immer brav ist) weiter auf Staatskosten leben. Er bekommt ein eigenes Zimmer, vielleicht darf er es auch mit einem "Freund" teilen, dann ist es nicht so langweilig und sie können miteinander spielen. Er hat ein eigenes Klo, kriegt jeden Tag drei Mahlzeiten zu essen und darf sicher auch oft auf den Hof raus zum Spielen.
Und weil wir (der Staat) ja so liebe Menschen sind, muss sich Herr R. auch für die Zukunft wahrscheinlich kaum Sorgen machen. Wenn sein Aufenthalt auf Staatskosten (in dem Zimmer mit dem Klo) vorbei ist, ist er nämlich schon 59 Jahre alt. Dann wird er wahrscheinlich nicht mehr arbeiten müssen, weil viele Firmen es nicht so gern mögen, wenn sie Mitarbeiter zum Milch- und Wurstholen losschicken und die dann mit Kaugummis zurückkommen. Deshalb wird Herr R. sicher Arbeitslosengeld bekommen (vom Staat, also von Dir und von mir). Sowas gibt's aber nicht ewig und irgendwann bekommt er dann nur noch Hartz IV. Das ist ein bisschen weniger, aber das gibt's auch vom Staat. Praktisch, oder?
Naja, und wenn das Geld vom Staat nicht reicht, kann er ja ein paar Tausend von seinen vielen PS®3 verkaufen, die er sicher noch im Keller hat.
Der Herr R. ist schon ziemlich schlau. Und der Staat (also Du und ich) ist schon ziemlich nett, oder?