Kürzlich erschien in der in der Schweiz erscheinenden WOZ Die Wochenzeitung ein Bericht von Bettina Dyttrich zu "Patenten auf Pflanzen". Wenn man den liest, muss man wirklich aufpassen, dass einem nicht die Hutschnur platzt, der Geduldsfaden reißt und es dem Fass nicht die Krone ins Gesicht haut.
Es geht darum, dass Agrar-Magnaten verschärft darauf aus sind, jetzt auch Lebewesen patentieren lassen wollen, zu deren Entstehung keine labor-gentechnischen Mittel eingesetzt wurden.
«Eine Sorte kann nicht patentiert werden, mehrere Sorten aber schon. Es reicht, zu schreiben, eine Zuchtlinie lasse sich mit verschiedenen anderen Zuchtlinien kreuzen, dann ist das Verfahren patentierbar.»
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«Die britische Firma Plant Bioscience hat ein Patent auf ein Verfahren angemeldet, Broccoli so zu züchten, dass sie mehr natürliche krebshemmende Glukosinolate enthalten. Mit dem Verfahren zusammen würden auch alle Pflanzen patentiert.»
Nun, wenn das so ist, lasse ich mir einfach einige Menschengruppen mit irgendwelchen skurilen Eigenschaften wie "geringer Bartwuchs" oder "große Brüste" nebst "Zuchtverfahren" patentieren. Wer sich dann ohne Lizenz fortzupflanzen wagt, wird sich mit meinen Anwälten auseinandersetzen müssen. Liebe Leute, kauft schon mal Aktien von Verhütungsmittel-Herstellern, denn sobald meine Patente durch sind, wird es ruhiger in den Kreißsälen! Fundamentale Anhänger diverser Religionsgemeinschaften müssen sich dann aber wohl kaum umstellen, denn Geschlechtsverkehr dient ja bekanntlich ausschließlich der Fortpflanzung. Da bleibt jetzt also auch mehr Zeit für die Sammlung von Porzellanpuppen.