Ich bin mal wieder etwas lahm und springe etwas später auf's Trittbrett. Aber ich will hierzu auch meinen Senf dazu geben.
Es geht um die schwarzen Schafe bei der Exekutiven und - leider auch - bei der Judikativen, sprich bei der Polizei, den Staatsanwaltschaften und - wohl in geringerem Maße - Richtern. Diverse Quellen berichten (z. T. sich einander zitierend) von der Tatsache, dass durch Polizisten verübte Straftaten in den allermeisten Fällen nicht geahndet werden, hierbei meine ich (und auch die zitierten Stellen):
- der unverhältnismäßige Einsatz von Gewalt gegenüber von Demonstranten
- Brutalität bis hin zu Folter an Leuten in Polizeigewahrsam
- grundlose Körperverletzung und
- damit in Zusammenhang gebrachter Corps-Geist im Rahmen von Verschleierung, Vertuschung und Falschaussagen
Wenn man sich den Bericht von Amnesty International Deutschland (zum Thema Polizeigewalt) ansieht, kriegt man das kalte Grauen. Es mag sicher stimmen, dass massive, also unverhältnismäßige Übergriffe von Polizisten gegenüber "Zivilisten" eher die Ausnahme sind, aber dennoch halte ich es für untragbar, dass die Polizei, unser "Freund und Helfer", sich selbst disqualifiziert, indem sie statt für Recht zu sorgen, es mit Füßen tritt. Denn die Polizei ist eigentlich die Instanz, die in unserer Gemeinschaft für die Einhaltung der Menschenrechte eintreten und sorgen sollte. Gerade sie sollte über die Verletzung der Menschenrechte erhaben sein.
Verwunderlich ist jedoch, dass - wenn man sich die Berichterstattung durch Amnesty International ansieht - nur vielleicht grob jede hundertste Anzeige gegen einen Übergriff durch einen oder mehrere Polizisten überhaupt vor einem Richter verhandelt wird, alle anderen werden normalerweise vorher eingestellt. Besonders erschreckend ist, wenn der Grund für die Einstellung eines Verfahrens der ist, dass es unmöglich war, den Täter zu identifizieren. Und hier ist der Hund begraben.