Da kriegt man an einem Samstag mal wieder nicht viel geregelt, weil man wegen der Nachlese des Tagesgeschehens der letzten Woche in neuen Informationen ersäuft, und dann twittert mir der @martinhaase das hier zu: "Italian Foreign Minister says Religions Must Unite to Destroy atheism".
Man mag's kaum glauben. Der italienischen ehemalige Staatsanwalt und jetzige Außenminister Franco Frattini im Kabinett des allseits beliebten und überaus integren Silvio Berlusconi ruft im Vatikan öffentlich den Jihad gegen den Atheismus aus. Und wie begründet er das?
- Der Atheismus (neben dem Materialismus und dem Relativismus) bedrohe die Gesellschaft.
- Der Atheismus wäre ein perverses Phänomen und gehöre wegen seines Fanatismus und seiner Intoleranz bekämpft.
Klar, die christliche Kirche (nicht besser als die anderen Weltreligionen) war und ist ja eine wahre Ausgeburt der Toleranz schlecht hin.
Weiter in seiner Rede faselt Frattini von "religiöser Freiheit" (die er jedem Christen zugesteht, aber keinen Atheisten und, wenn man ihn unter vier Augen fragen würde, sicher auch keinem Muslim oder Juden). Die ganze Rede zielt offensichtlich darauf hin, den Schutz der christlichen Minderheiten im Nahen Osten zu verbessern.
Mein (gar nicht so) lieber Herr Frattini, da haben Sie den Bogen aber doch ganz schön weit überspannt. Glauben Sie nicht, dass sich die nicht-christliche und atheistische Gemeinschaft solch eine Unverfrorenheit einfach gefallen lassen wird.