Ich komm ja nicht so oft vor die Tür [liegt wohl an der Länge - oder Kürze - der Kette ;o) ], aber heute hat mich eine ehemalige Kundin in Personalunion mit einer guten Freundin doch rausgelockt. Wir waren um 17:30 Uhr an der Münchner Freiheit auf dem Weihnachtsmarkt verabredet.
Ich war wie abgemacht pünktlich, Mamsell ließ einen Hauch auf sich warten, aber das war schon ok so. Dann ging's "in die Schlacht". Ich habe mir wohlweißlich zunächst eins dieser leckeren Neuburger Flammbrote einverleibt, die hervorragend als Grundlage für Heißgetränke dienen. Dann gab's erstmal je ein Tässchen Jamaika-Rum-Glühwein (jetzt wisst Ihr, warum ich das Flammbrot vorher gegessen habe, denn der Glühwein dient meist nur dazu, dem Rum eine rote Farbe zu verleihen). Da es auf Grund zu geringer Höhe ü. N.N. regnete statt zu schneien, stellten wir uns beim Zelt vor der Bühne unter, wo sich gerade ein Ensemble warmspielte und der Toningenieur die Microphone kalibierte. 7 Geigen oder Violinen, zwei Celli, eine Percussionbox und ein Akkordeon. Die Youngsters firmieren unter dem Label "Bluestrings" (deren CD "Bluestringslive SEITENHIEBE/SAITENLIEBE"* hier vor mir liegt). Die Performance war wirklich außerordentlich gut.
Nachdem gegen 19 Uhr die Darbietung beendet war, schlenderten wir noch an den Buden entlang, um den Kaufrausch meiner Begleiterin zu stillen. An einem Stand mit Metallschmuck blieben wir hängen - z. T. auch deshalb, weil der Standeigentümer meiner Freundin ein Metallhalsband (recht verbreitet im Mittelalter in den unteren Geschossen von Burgen) angelegt hatte, als uns an einer benachbarten Bude ein Junge um die 17 Jahre auffiel, der schwer atmete und fast aschgrau im Gesicht war. Wie sich sehr schnell herausstellte, hatte er einen massiven asthmatischen Anfall. Als sich nach zwei Minuten keine Besserung einstellte, riefen wir die Rettung an, die auch sehr schnell vor Ort war. Inzwischen waren auch schon Verwandte um ihn geschart, die mit ihm zusammen den Weihnachtsmarkt besucht hatten. Nachdem wir den Rettungswagen zu dem Jungen gelotst hatten, war die Eskapade auch schon überstanden - mit generell gutem Ausgang. So legte sich die Aufregung recht schnell wieder.
Nachdem wir uns dann auf unsere Heimwege begeben haben, traf ich, während ich mir die gerade erstandene CD anschaute, in der U-Bahn eine der Geigen ("Ellen") der Bluestrings. Da habe ich es mir nicht nehmen lassen, mir die CD direkt mal von ihr signieren zu lassen (wer weiß, wieviel die mal wert ist in 20 Jahren?). Etwas später am S-Bahnhof am Marienplatz traf ich dann noch auf einen Großteil der Combo (Cello Monika Berninger, Akkordeon und Percussion Simon Japha, Geige und Gesang Sabrina May, Cello Korbinian "Bini" Mayr), die auch auf ihre S-Bahn warteten, so dass ich meine Autogrammsammlung weiter vervollständigen konnte.
Ich fand's cool, wie deren Gesichter strahlten, als so'n oller Sack wie ich mit ihrer CD in der Hand auf sie zugegangen ist, um ihre Autogramme einzusacken.
Quintessenz: Generell gelungener Abend.
* Bluestrings ist das JugendJazzStreichorchester der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck e. V.