
Das sitz' ich hier so harmlos in meinem Blockwartsessel und futtere Cashew-Kernels von "wo man al di schönen Sachen kaufen kann" und blicke - von Bewegung im Augenwinkel abgelenkt - zwischen meinen beiden Monitoren auf die Straße ... und was seh ich da?
Vier Jungspunde, in der zweiten Hälfte ihrer "Teens", kommen die Straße runter und schwingen sich voller Elan über so eine Querstange, wie Sie sie vor jedem guten Saloon Ihrer Wahl finden. So weit, so gut, die Jungs scheinen also recht fit zu sein, das Ganze entbehrte nicht wirklich gewisser Sportlichkeit und Körperbeherrschung.
Wenn da nicht diese kleine Schranke vor der Ausfahrt der Tiefgarage wäre ...
Nun, es ist nur eine Tiefgarage und nicht das Bundeskanzlerinnenamt oder das Bundesministerium für Verteidigung (deren Schranken halten auch einen konventionellen Kampfpanzer auf), will sagen, die Schranke entspricht nur limitierten Stabilitätsansprüchen. Nimmt man nun noch etwas Mittelstufenphysik zur Hilfe, fällt einem leicht auf, welch hohes Drehmoment sich am Drehpunkt einer Schranke erreichen läßt, wenn man das Hebelgesetz ungebremst zur Entfaltung bringt.
Nun, lange Rede, kurzer Sinn, seit der Konfrontation mit einem der Jungs schaut die Schranke etwas flügellahm aus der Wäsche. Da hilft auch ein Hin- und Her- und Auf- und Abbiegen nicht weiter, die Schranke hängt schlapp in den Seilen.
Bis hierhin ist das alles noch gar nicht schlimm. Ich will gar nicht behaupten, dass mir nicht auch mal Ähnliches in meiner Jugend passiert ist (... aber mein Vater hatte für uns Jungs in weiser Voraussicht eine entsprechende Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen, die dann vielleicht mal mit den Zähnen knirschte, aber dennoch für das aufkam, was wir im jugendlichen Leichtsinn ver"brochen" hatten).
Aber die Herren wollten sich wohl nicht den Abend verderben lassen und sind dann einfach in aller Ruhe weitergetrottet. "Kein Grund zur Eile, ist ja nicht schlimm, is ja nicht meine Schranke" werden sich die Jungs gedacht haben. Die Tatsache, dass sie gerade einen sicher nicht ganz unerheblichen Schaden an fremdem Eigentum verursacht haben, war wohl nicht weiter von Belang.
Nunja, die Herren von der Polizei waren nach weniger als 20 min vor Ort und haben sich den Schaden angesehen und photographiert. Das jugendliche Quartett war natürlich leider nicht mehr in der Nähe aufzufinden. ... Bleibt abzuwarten, ob sich dazu noch etwas ergibt oder ob die Vandalistenversicherung dafür aufkommen muss. Harren wir der Dinge, die da kommen mögen.
[Update] Die Schranke läßt sich sogar noch öffnen und Autos können auch noch unter ihr hindurchfahren. Aber karp0tt ist karp0tt.
[Update] Es ist Samstag, der 13.1.2007 und es ist eine neue Schranke montiert.