Wenn man so die Presse verfolgt, insbesondere momentan, zur Zeit der "Tour de France" die tagesaktuelle Presse, beginnt man, sich so seinen Gedanke über Werte und Regeln im Sport zu machen.
Fall 1/2007: Bei Patrick Sinkewitz vom Team T-Mobile werden erhöhte Testosteronwerte festgestellt.
Fall 2/2007: Alexander Winokurow vom Team Astana wird Doping mit Fremdblut nachgewiesen.
Fall 3/2007: Michael Rasmussen (Dänemark) hat sich im Juni elegant vor jeglichen Doping-Tests "in Sicherheit gebracht
Fall 4/2007: Laut der dänischen B. T. und der sich darauf berufenden belgischen Het Laatste Niews war Juan Mauricio Soler gedobt, seine A-Urinprobe wurde positiv auf EPO getestet.
Fall 5/2007: Am 25.7.2007 wird laut "L'Equipe" der Italiener Cristian Moreni vom Team Cofidis positiv auf Testosteron getestet, das gesamte Team zieht sich von der Tour zurück.
[... to be continued ...]
Also, ich weiß ja nicht. Doping ist ja wohl unbestrittenerweise eher
der Normalfall als die Ausnahme im Hochleistungssport, sicher nicht nur
im Radsport. Dabei ist Doping bei einem Ereignis wie der Tour de France
weniger sinnvoll als vielleicht im Vergleich mit Sportarten, bei denen
beste Leistungen auch immer auf Weltrekorde abzielen.
Niemand
wird doch ernsthaft danach fragen, ob "le Trikot jaune" die Tour nun
mit 48,3 oder "nur" mit 44,6 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit gefahren
ist. Im Endeffekt zählt doch nur, möglichst kontinuierlich gut
platziert die Etappen zu bestehen.
Nun, ich habe da einen Lösungsvorschlag:
Die Fahrer sind alle durchweg erwachsene, volljährige, mündige Männer und sollten halbwegs ihre fünf Sinne beisammen haben. Wenn sie also dopen wollen, bitteschön, sollen sie doch.
Aber wenn sie beim Doping erwischt werden, sollte man einfach ihnen (und jedem aus ihrem Team) eine gewisse Anzahl von Strafminuten für jede Etappe aufbrummen, wobei die Anzahl der Minuten von der Schwere des Dopingvergehens abhängt.
Nimmt man an, dass ein Fahrer eines schweren Dopingvergehens überführt wird und er und jeder seiner Teamkollegen für jede Etappe 30 Strafminuten erhält (die Tour de France 2007 hatte 20 Etappen, folglich 10 Strafstunden), bleibt Doping alles andere als reizvoll. Betrachtet man die Abschlusstabelle der diesjährigen Tour mit dem Sieger Alberto Contador, der für alle Etappen zusammen 91h 0min 26sec benötigte, müsste ein gedopter Fahrer seine Tour in unter 81 Stunden absolvieren (vorausgesetzt, keiner seiner Teamkollegen wird des Dopings überführt). Die Quintessenz wäre, dass sich nie wieder ein gedopter Fahrer bei der Tour de France oder einem vergleichbaren Wettkampf platzieren könnte. Das Dopingproblem würde sich in kürzester Zeit selbst lösen. Ein wichtiger Punkt wäre dabei, dass immer alle Mitglieder eines führenden Teams auf Doping untersucht wird.
Gut, in der ersten Saison mit einer solchen Regelung würde es wahrscheinlich zu teaminternen "Code Reds" kommen, sollte ein führender Fahrer Doping bei einem seiner Teamkollegen feststellen. Denn jedes Teammitglied entscheidet mit seinem Doping-Verhalten über Sieg und Niederlage des Teams.