Ich verstehe ja, dass die Lokführer, um die Bahn zu Zugeständnissen zu bewegen, mit Streiks ihrem Ernsthaftigkeit Nachdruck verleihen müssen. Oberbahner Mehdorn scheint die Sache ja aussitzen zu wollen.
Aber wenn ich mich so umhöre, welche Regionen wie durch den Streik betroffen sind, kriegt mein Verständnis für die GdL so langsam ihre Kratzer ab.
Ich find's ja ganz ok, dass die GdL gestern Abend die Streiks angekündigt hat. Damit kann ich leben. Aber wenn ich heute von Freunden aus Hamburg und Berlin höre, dass dort die S-Bahnen im 20-Minuten-Takt fahren, während in München nur noch die S8 zum Flughafen fährt und alle anderen S-Bahnen scheinbar mal wieder stillstehen, frage ich mich, wie die GdL da noch auf das Verständnis der Kunden hoffen will.
Oder gibt es in Berlin und Hamburg so viele verbeamtete Lokomotivführer, dass sie dort vom Streik gar nichts mitbekommen?
Es könnte natürlich auch sein, dass die Bahn-Disponenten in München einfach unfähig sind und deren Kollegen in Berlin und Hamburg ihre noch vorhandenen Lokführer einfach geschickter einsetzen. Aber wie auch immer dem auch sei, München scheint besonders stiefmütterlich behandelt zu werden.
Ich kann damit leben, morgens mit dem Rad die 19,1 km zu fahren (24,5 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, Fahrtdauer: ca. 46:50 min, kaum länger, als wenn ich mit Bus und S-Bahn gefahren wäre), aber ich würde mir eine gerechtere Verteilung der Streiklast auf die deutschlandweiten Kunden wünschen.