Für
heutegestern hatte die Initiative "
Freiheit statt Angst" (siehe auch "
Stoppt die Vorratsdatenspeicherung!") zum Endspurt im Kampf gegen weitere Beschneidungen unserer Bürgerrechte aufgerufen. In 41 deutschen Städten von
Aachen über
München bis
Wetzlar
fanden zeitgleich Demonstrationen statt, um den Bürgern Gelegenheit zu geben, zu zeigen, dass das Volk sich nicht alles diktieren und gefallen lässt, was so mancher mehr oder weniger paranoider Politiker für sinnvoll und unabdingbar hält.

In München ging's um 18.00 Uhr am Marienplatz los. Es fanden sich diverse Redner ein (aus allen renommierten bis auf einer Partei, Ihr dürft dreimal raten, welche Partei nicht vertreten war), die den Nagel auf den Kopf trafen und weitestgehend Zustimmung bei den versammelten Demonstranten fanden. Ich muss mich hier direkt für die miserable Qualität der Fotos entschuldigen, aber mehr gibt mein kleiner MDA einfach nicht her. Ich musste den Bildern mit "the gimp" noch etwas
LebenKontrast einhauchen, damit man überhaupt etwas erkennt.
Zwei Zitate machten recht viel Eindruck. Validom, der für die Demonstration in München verantwortlich zeichnete, zitierte
Benjamin Franklin sehr treffend mit "Diejenigen, die grundlegende Freiheiten aufgeben, um ein wenig mehr
vorrübergehende Sicherheit zu erkaufen, verdienen weder Freiheit noch
Sicherheit" (im Original:
"Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.") Treffend insbesondere deshalb, weil nicht zu erwarten ist, dass durch die Vorratsdatenspeicherung das Maß an Sicherheit in Deutschland spürbar steigen wird.
Das zweite Zitat, vom Münchner Kommunalpolitiker der SPD, dessen Namen mir leider entfallen ist, vorgebracht, wird (fälschlicherweise)
Voltaire zugeschrieben, zeigt aber dennoch genau, worauf es uns bei der Demonstration ging: "Ich missbillige was Sie sagen, aber ich werde – bis in den Tod – Ihr Recht verteidigen, es zu sagen." (im Original von
Evelyn Beatrice Hall:
"I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it.")
Meines Erachtens war die Demo ein großer Erfolg. Es ist zwar schwierig, die Anzahl der Leute zu schätzen, wenn man selbst mittendrin steht, aber ich würde vermuten, dass es sicher um die 2000 Leute waren - und das bei fieser Kälte und fast durchgehendem Regen. Soweit ich es von meiner Position aus sehen konnte, war die Demo durchweg friedlich und die recht starke Präsenz der Polizei habe ich eher als schützend denn als bedrohlich empfunden. Die Polizei hat uns immerhin den Weg vom Marienplatz zum Odeonsplatz durch den dichten Feierabendverkehr sehr leicht gemacht.
Zum krönenden Abschluss hat die Band "Audiopilot" noch dafür gesorgt, dass während der Reden zur Abschlusskundgebung an der Feldherrenhalle niemand frieren muss (wer tanzt, friert nicht

). Jetzt bin ich gespannt, wie die Demos in den anderen 40 beteiligten Städten verlaufen sind ... und wieviele Bürger sich bundesweit daran beteiligt haben. Ich denke, darüber werden wir in Kürze mehr in den Medien erfahren. Und hoffentlich wird es auch von der Münchner Demo bald Fotos auf dem Server des
CCC geben.
Gestern Abend war - wen wundert's? - Osterfeuer auf dem Volksfestplatz. Die Veranstalter hatten sich da auch ausreichend Mühe gegeben. Der "Scheiterhaufen" war säuberlich aufgestellt, die Feuerwehr war - für den Fall der Brandfälle - vor Ort u
Tracked: Mar 23, 14:23