Nein, versteht mich nicht falsch, ich hätte ja lieber den Georg Schramm als Bundespräsidenten, falls der tatsächlich den Job auch haben wollte. Der wäre sehr wahrscheinlich besser als ich. Aber praktisch wär's schon.
Ich habe da nämlich einen Kleinkredit, dessen Zinsfestschreibung im April ausläuft. Und da hat mir meine Bank doch tatsächlich das gönnerhafte Angebot von 7,11% effektivem Jahreszins gemacht. Tjaaa, wäre ich jetzt ein Bundespräsident mit 'ner gesicherten, fetten Pension, würde ich ganz sicher auch nur 0,9% p. a. zahlen.
Nuja, ich schau mal, was der Kreditmarkt noch so hergibt. Oder vielleicht werde ich doch einfach nur Bundespräsident.
Ich las da gerade einen Artikel auf der Webpräsenz des Deutschen Bundestages zum Thema §108e StGB. Der Lesart nach (zumindest ist es das, was ich da - nicht nur - zwischen den Zeilen lese) spricht sich der Bundestag (zumindest die Koalition Schwarz-Geld [sic]) für die Bestechlichkeit von Abgeordneten aus oder vielleicht etwas milder ausdrückt, gegen die Strafbarkeit der Bestechung von Abgeordneten, was meines Erachtens aber auf das selbe herauskommt.
Außerordentlich schwach finde ich da die Argumentation des 1. Parlamentarischen Geschäftsführers der FDP-Fraktion Jörg van Essen, der meinte, dass "beim Verdacht auf Verfehlungen [...] der Verlust des Mandats [...] mit gesellschaftlicher Ächtung einher[gehe] - eine höhere Strafe könne auch 'ein Strafrichter nicht verhängen'". Mir stellt sich da die Frage, inwiefern diese gesellschaftliche Ächtung einen Effekt auf die Karriere des bestechlichen Abgeordneten hat, wenn man sich mal ansieht, welchen gesellschaftlichen Stand der Ex-Bundesminister für Verteidigung und Nie-Dr. jur. Karl-Theodor zu Guttenberg nach der Aufdeckung seiner - nennen wir es zunächst einmal, solange die anhängigen Verfahren noch zu keinen Urteilen gekommen sind - "unehrenhaften Manipulationen" zur Erschleichung eines Doktorgrades.
Es will mir nicht einleuchten, warum ein Abgeordneter, wenn er gewisse Dinge tut, nicht bestraft werden soll, für die ein Amtsträger gleichwohl schmerzhaft bestraft werden kann. Meines Erachtens unterliegen Abgeordnete den gleichen Gesetzen wie alle anderen Bürger auch. Dazu unterliegen sie meines Erachtens aber weitaus mehr auch moralischen Werten wie Integrität, Ehrlichkeit und Unbestechlichkeit, denn sie tragen Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern für die Geschicke der ganzen Nation.
Weitaus mehr erschüttert hat mich zudem die Argumentation des Vorsitzenden des Rechtsausschusses und CDU-Justizexperten Siegfried Kauder, der äußerte, "Politik sei „ein eigenes Geschäft“, der Sachverhalt der Abgeordnetenbestechung sei „juristisch nicht in den Griff zu bekommen“". Wie kommt es dann, dass die Anti-Korruptionsmaßnahmen bisher von 36 der 43 EU-Staaten nicht nur unterschrieben, sondern auch schon ratifiziert wurden, nur von Deutschland und sechs anderen Nationen noch nicht? Haben die fähigere Judikativen? Oder haben diese Nationen nur ehrenwertere, weniger bestechliche Mitglieder in ihren Parlamenten?
Ich empfinde die Entscheidung des Deutschen Bundestages mehr als beschämend.
Irgendwann heute Mittag waren "die Bildungssysteme in Deutschland" Thema im Radio. Und dann, heute, irgendwann im Laufe des Nachmittags, traf ich bei den Lokalisten auf den Status eines Mädels:
"Ich hätte gern die Ruhe und die Nervenstärke eines Stuhls, der muss ja schließlich auch mit jedem Arsch klar kommen ... :p"
Ich dachte so bei mir, das kommt mir echt bekannt vor, netter Status, und ihr kann sicher geholfen werden und schrieb:
"Für die nötige Ruhe lies am besten was von Lucius Annaeus Seneca, großer Philosoph der Stoa, der hatte die Ruhe echt weg ;o)"
Sie hat dann geantwortet und ich dachte mir "OK, vielleicht hat sie's ja mit der Philosophie, aber ...". Ihre Antwort war:
"haha danke werd mal schaun was ich von dem lehrnen kann :)"
Findet dendie Fehler. °oO( Zefix, wo ist denn schon wieder mein Duden? )
P. S.: Wird Rechtschreibung an den Schulen noch vermittelt?
Mein ursprünglicher Entwurf der neuen Deutschen Fahne
Da auf Grund der tragischen Umstände in Japan nach dem außerordentlich starken Seebeben von 9,1 auf der Richterskala vor der Küste Nordostjapans und dem daraus resultierenden Tsunami, der unter anderem wahrscheinlich über 10.000 Menschen in der Präfektur Miyagi das Leben gekostet hat (mein tiefes Mitgefühl sei der japanischen Bevölkerung hiermit ausdrücklich versichert) und der wiederum daraus resutlierenden gravierendsten Störfälle bei den Atomkraftwerken Fukushima I und Tokai sahen sich einige Mitglieder der Bundesregierung berufen, dem Druck der Atom-Lobby nachzugeben und der Bundeskanzlerin den Entwurf einer neuen Deutschlandfahne vorzulegen. Das alles soll dazu dienen, der deutschen Bevölkerung ein wenig die Angst vor unseren eigenen, bis zu 40 Jahre alten Siedewasserreaktoren zu nehmen und die Atom-Lobby in Sicherheit zu wiegen. Mir ist es gelungen, des Fahnenentwurfs habhaft zu werden, um ihn hier exklusiv zu veröffentlichen:
Neuer Entwurf, inspiriert durch steeph_k via Twitter (Bild anklicken für Timeline)
Um die Akzeptanz des Fahnenentwurfs zu erhöhen, war man bedacht, die Farben Schwarz-Rot-Gold beizuhalten, auch wenn sich die Regierungskoalition aus verständlichen Gründen sehr schwer tat, am Rot in der Fahne festzuhalten.
Man kann's kaum glauben. Oder man will's kaum glauben, aber man muss es wohl.
Ein nicht völlig unerheblicher Teil unserer Bevölkerung scheint den Bodenkontakt völlig verloren zu haben. Unser gehaargelter Ex-Dr./Ex-Verteidigungsminister lügt, dass sich die Balken biegen und leugnet noch lächelnd und "mit Freude", obwohl er mit erdrückenden Fakten konfrontiert wird, verhöhnt die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft und schädigt den Wissenschaftsstandort in erheblichem Maße ... und was passiert?
Eine Menge Leute finden das scheinbar richtig geil. In Facebook konkurrieren die Guttenberg-Fanclubs um die meisten Fanboys und -girls. Da werden "Volksentscheide für den Rücktritt vom Rücktritt" gefordert, da werden Pro-Guttenberg-Demos im ganzen Bundesgebiet angekündigt, man ruft "Guttenberg for Bundeskanzler", auf openpetition.de läuft eine Petition, die zu Guttenberg wieder zurückholen soll.
Da fragt man sich doch: Was geht in diesen Menschen vor sich? Welches Verhältnis haben diese Menschen zu Ehrgefühl, Anstand, Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit? Denken diese Menschen auch nur einen Augenblick nach, was sie da tun?
Ich kann dieses Verhalten nur auf mangelhafte Bildung und langjährige Indoktrination durch die Medien zurückführen. Kein Mensch gehobener Bildung wird ernsthaft nachvollziehen können, was diese Menschen veranlasst, einen Lügner und Betrüger so zu verherrlichen, insbesondere keiner von denen, die selbst eine eigene Diplom- oder Doktorarbeit geschrieben oder eigenhändig ein Gesellen- oder Meisterstück erstellt haben, um sich ihren Abschluss ehrlich zu erarbeiten.
Ehre nur dem/der, dem/der Ehre gebührt. Aber einem Karl-Theodor zu Guttenberg spreche ich jegliche Ehre ab. Da hilft es ihm auch nicht, wenn eine ebenfalls promovierte (Theoretische Chemie) Bundeskanzlerin voll hinter ihm steht.
Ich frage mich, wohin die Reise in der Bevölkerung geht. Heute jubeln sie noch einem Plagiator zu und loben ihn über die höchsten Töne. Wenn wir das durchgehen lassen, welche Missetaten gestehen wir dann dem nächsten Politiker zu? Drücken wir dann auch bald bei Straftaten beide Augen zu? Bestechlichkeit? Landesverrat? Erpressung? Raub? Entführung? Mord? Wann ist die Grenze erreicht und ab welchem Punkt wird ein relativ junger, gestriegelter, adliger Möchtegern-Staatsmann untragbar? Will Deutschland sich ihren Berlusconi züchten, der sie dann auf eigenen Wunsch weiterhin nach Strich und Faden verarscht?
Wenn man heute so den Twitterfeed verfolgt, sieht, was seine Facebook-"Freunde" so berichten oder die einschlägigen Nachrichtensender verfolgt, fällt es einem oft recht schwer, sein Essen bei sich zu behalten, vor allem, wenn es um die Bundes- und diverse Landesregierungen geht. Der ganze Sumpf wird einem gerade natürlich ganz besonders bei der Betrugsaffäre um Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg bewusst.
Es ist natürlich völlig naiv anzunehmen, die Mitglieder der Bundesregierung müsse sich allein aus Heiligen zusammensetzen (wir (in diesem Falle ich) leben ja in der Bundesananenrepublik Deutschland und nicht im Vatikan). Aber irgendwann ist das Maß dann doch voll. Ich ging eigentlich davon aus, dass man unseren "Volksvertretern" zumindest ein Mindestmaß an Integrität zumuten können sollte. Dem ist aber wohl nicht so.
Schlimm genug, dass K. T. zu Guttenberg es für nötig gehalten hat, sich seine Doktorarbeit zusammenkopieren (lassen?) zu müssen. Schlimm zudem das Ausmaß, mit dem er dies getan hat (bzw. tun ließ). Aber dass er dann nicht Manns genug ist, diese Missetat vollständig zuzugeben und klaren Tisch zu machen, hat ihn schließlich vollständig diskreditiert.
Da wären zum einen die Gebühren-Einbrüche, die durch den Wegfall der ALG II-Empfänger entstehen würden. Ich denke, es ist nur gerecht, dass die ALG II-Empfänger von der Gebühr befreit werden. Und wenn man von einem Gesamtbudget der ARD von ca. 5 Mrd. €/Jahr ausgehen darf, denke ich, dass ein Verminderung um 50 Mio. € kaum ins Gewicht fällt. Ich meine kürzlich irgendwo gelesen zu haben [die Quelle versuche ich noch aufzutreiben, sobald ich die Zeit dafür finde], dass den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ein weitaus größeres Budget zur Verfügung steht als den privaten Sendern. Um eine finanzielle Wettbewerbsfähigkeit sollten sich die öffentlich-rechtlichen Sender deshalb wohl eher weniger Sorgen machen müssen. Aber die fehlenden 50 Mio. € holt der WDR ja durch den Abbau von 100 Arbeitsplätzen in dessen IT dann leicht wieder raus. Wie ein Sender aussieht, der keine funktionierende IT und Studio-Regie hat, kann man sich jeden Tag auf n-tv anschauen, in dessen Studios scheinbar nur Praktikanten beschäftigt werden.
Ich habe leider gerade keine Statistik, wie viele Haushalte es in Deutschland gibt, aber wenn man von einer geschätzten durchschnittlichen Haushaltsgröße von ca. 2,3 Menschen ausgeht, blieben immer noch ca. 35,65 Mio. Haushalte. Wenn die dann alle jeweils 17,98 €/Monat abdrücken, kommen da jährlich läppische 7,55 Mrd. € /Jahr zusammen. Von einem Gebühren-Einbruch würde ich dann definitiv nicht mehr reden. Selbst wenn man die 3 Mio. Arbeitslosen abzöge, wären das immer noch 7,044 Mrd. €/Jahr, also immer noch 2 Mrd. €/Jahr mehr als bisher. Sicher, mit den paar Kröten müsste sich die ARD schon etwas zusammenreißen, um noch als Qualitätsmedium antreten zu können.
Interessant finde ich, dass Frau Piel "hochqualitative Inhalte" bieten möchte. Nun, das Mutantenstadl ist nicht wirklich das, was ich mit hochqualitativ bezeichnen würde, aber vielleicht denke ich in 20-30 Jahren anders darüber. Ich frage mich aber, warum es der ARD mit jetzt schon 5 Mrd. €/Jahr kaum gelingt, besagte hochqualitative Inhalte zu bieten, aber vielleicht unterschätze ich ja die Kosten, die bei der Produktion ebensolcher anfallen. Celluloid oder worauf auch immer diese Inhalte gebannt werden, scheint immer teurer zu werden. Aber das wird mit 2013 dann sicher alles besser.
Das Frau Piel auch auf Online-Medien setzt, finde ich generell eigentlich gut. So ist ja z. B. die Tagesschau-App für mein Android-Smartphone kostenlos. Wenn da nicht das Wermutströpfchen wäre, dass das ja nicht immer so bleiben müsste. Wenn ich dann eine Aussage wie "Den Geburtsfehler des Internets - kostenlose Inhalte - zu beseitigen ist aber schwierig und langwierig." lese, könnte ich aus der Haut fahren. Vielleicht ist es Frau Piel entgangen - sowas kann einem ja schon mal passieren -, dass die Inhalte, die man über die Online-Dienste abrufen kann, schon auf Kosten des Bürgers und Gebührenzahlers erzeugt wurden und er daran, nachdem er sie schon bezahlt hat, meines Erachtens nach auch Rechte hat. Ganz besonders stößt mir dabei auf, dass z. B. in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Inhalte (und auch nicht alle Inhalte) nur befristet zur Verfügung gestellt werden, und zwar nur als Stream, nicht mit der Möglichkeit, die Beiträge herunterzuladen. So bleibt dem Gebührenzahler eigentlich nur, sich ständig mit den Medien zu beschäftigen und sich möglichst gut mit seinem programmierbaren DVD-Recorder auszukennen, um alles, was ihn potentiell interessieren könnte, schon bei der Ausstrahlung aufzuzeichnen. Der Gedanke, dass die Bürger Medieninhalte, die sie zu 100% finanziert haben, nicht oder nur mit größerem Aufwand auch privat nutzen dürfen, regt mich jedes Mal erneut auf.
Etwas beängstigend finde ich auch, dass "Klimbim" zum Gesprächsthema wurde. Ich hoffe inständig, dass die ARD sich die allergrößte Mühe geben wird, das Niveau ihrer Sendungen über dem von Klimbim zu heben und ihrem Bildungsauftrag nachkommt. Es wundert mich immer wieder, wie niedrig das intellektuelle Niveau der angebotenen Inhalte ist ... bzw. war, als ich noch einen Fernseher hatte. Wenn ich mir da Sendungen auf Discovery Channel oder Beiträge der BBC ansehe, packt mich immer wieder das Erstaunen, dass ein Rundfunkapparat mit einem Milliardenbudget es nicht schafft, gleichwertige Inhalte anzubieten.
So, jetzt läuft mir die Zeit davon. Der nächste Wecker klingelt bestimmt ... und früher als man denkt.
Ich hatte heute endlich mal wieder Zeit, ein bisschen Wahlkampf für die Piratenpartei zu machen. Es ergab sich so, ich hatte nichts besseres zu tun, denn entgegen meiner Erwartung habe ich heute nur eine Stunde und zwanzig Minuten auf meine S-Bahn gewartet, die mich heimwärts bringen sollte ... und dies schließlich auch tat.
Was war geschehen? Irgendwas ging am Giesinger Bahnhof kaputt und damit ging für die S3 und S7 gar nichts mehr. Das ist zwar tragisch und definitiv nicht sonderlich angenehm für mich und einige hundert andere Reisende, aber was besonders ungeschickt war, war die Tatsache, dass die Bahn-Mitarbeiterin am S-Bahnhof Hauptbahnhof mit dem Computersystem nicht vertraut gemacht worden war ("Ist mein erster Abend.") und es deshalb geschlagene 75 Minuten lang keine einzige Durchsage zu irgendeiner S3 gab.
Man ist ja inzwischen daran gewöhnt, dass die Züge nicht mehr pünktlich eintreffen oder abfahren, aber als zwei S3 (Maisach und Mammendorf) für 25 Minuten immer "in acht Minuten" eintreffen sollten, machte mich dann irgendwann stutzig. Ich dachte mir schon "Nimm besser mal die Mütze ab, Du hast sicher einige Durchsagen verpasst", aber auf Nachfrage bei Mitreisenden ... nunja, Mitwartenden stellte sich raus, dass es nicht eine Durchsage gegeben hatte. Irgendwann fragte dann mal jemand am Kabuff nach. Dann gesellte sich ein Kollege zu der netten Dame von der Bahn und machte erstmal zwei weitere Displays an, auf denen man dann auch ablesen konnte, wann welcher Zug am Hauptbahnhof eintreffen wird. Es hieß dann gegen 21:20 Uhr, dass die nächste S3 um 21:38 Uhr eintreffen würde. Irgendwann nach 21:50 Uhr kam sie dann auch, ich hab nicht genau mitbekommen, wann, denn da war ich schon intensiv im Wahlkampf.
Bis Lochhausen, ca. 21 Bahnminuten, habe ich dann hoffentlich einige neue Wählerstimmen an Land geholt.
Danke, liebe Bahn, dass ich heute nur 2,5 Stunden bis nach Hause gebraucht habe statt der sonstigen knappen Stunde.
In der Natur war (ist?) der Winter eigentlich immer die Zeit, wo sich die Spreu vom Weizen getrennt hat. Wer zu schwach war, wachte im Frühjahr als Tiefkühlware wieder auf, meist im Magen eines robusteren Zeitgenossen.
Auch unsere Deutsche Bahn überprüft ihre Infrastruktur sehr selektiv im Winter. Leicht werden Schwachstellen gefunden, die in den wärmen Jahreszeiten gerade noch so durchgeschlüpft sind.
Am Montag verstarb ein geschwächter S-Bahntriebwagen im Tunnel der Münchner Stammstrecke und legte den gesamten S-Bahnverkehr für Stunden lahm. Am Mittwoch zerlegte es eine Oberleitung an der Donnersbergerbrücke, auch dieser Schaden wurde erst nach über vier Stunden behoben, Tausende der MVV-Kunden testeten die Isolationskapazität ihrer Winterbekleidung bis ans und über das Limit. Und heute hat eine Signalstörung an der Hackerbrücke wieder einmal dafür gesorgt, dass sich die Bäckereigeschäfte an den S-Bahnhöfen über erhöhten Absatz von großen heißen Schokoladen und zuckerreichem Backwerk erfreuen konnten.
Ein wenig zynisch kam mir auch der etwa sechs Meter lange Heizkörper unter der Bank im Lochhausener S-Bahnhof vor, dessen Rippen gefühlte -3°C warm waren.
Sehr schön sind dann auch die immer wiederkehrenden Durchsagen zu den Verspätungen der doch so erwarteten Züge. "Die S3 Richtung Mammendorf, planmäßige Abfahrt 17:54 Uhr, verspätet sich um ca. [5 | 10 | 15] Minuten!" Fast ermutigend klang dann die nächste Durchsage "Die S3 Richtung Mammendorf, planmäßige Abfahrt 18:14 Uhr, verspätet sich um ca. 5 Minuten!" ... WAS? Nur noch 5 Minuten?? Cool! Und dann merkt man, dass die Bahn, auf die man ja schon 35 Minuten wartet, soeben ausgefallen ist und schon die nächste S-Bahn wieder 5 Minuten verspätet ist. Aber bis dahin ist man eh schon fast eingefroren.
Noch drei Wochen dieser Art und ich kaufe mit 'nen Yeti als Haustier.
Achja, zum Thema Pünktlichkeit meinte der Verkäufer in der Bäckerei dann nur: "Also, mit der Preiserhöhung der S-Bahn-Tickets zum 13.12.2010 war die Bahn pünktlich wie die Maurer."
Irgendwie bin ich gerade ein stückweit sauer ... wütend trifft's besser. Und da bin ich heute Abend ganz sicher nicht der Einzige im Großraum München.
Denn während mal wieder die Preise für die S-Bahn erhöht wurden, wurde dafür an der Service-Qualität weiter gespart. Nuja, es ist ja nicht völlig unverständlich, denn das Prestige-Objekt S21, dass sich die Bahn unter Stuttgart pflanzen will und das die Baden-Württemberger noch weit ins 22. Jahrhundert verfluchen werden, muss ja irgendwie finanziert werden. Bei den bisher veranschlagten 4 + x Mrd. € wird es ja wohl 100%ig nicht bleiben. (Wenn die 6,5 Mrd. € überschritten sind, sprechen wir uns nochmal).
Heute standen sämtliche Kunden des MVV in S-Bahnhöfen zur oder auf der Stammstrecke und haben laut geflucht oder sehr verzweifelt dreingeschaut. Denn wegen "einer größeren Störung im Tunnel" fuhren nämlich überhaupt keine Züge mehr durch denselbigen. In keine Richtung. Wer Glück hatte, war am Hauptbahnhof gestrandet, von dem aus man sich - wenn man nach Osten wollte - noch mit der U-Bahn zum Ostbahnhof retten konnte, von wo aus wieder Züge fuhren oder - wenn man nach Westen oder Süden wollte - auf den Flügelbahnhof flüchten konnte, wo sich in kürzester Zeit über 1000 Fahrgäste einfanden, um auf einige wenige S-Bahnen oder - wie ich - auf eine Regionalbahn nach Mittenwald verteilt wurden. Ich könnte wetten, dass diese Züge durch die Bank weg alle ihre Maximalanzahl von erlaubten Fahrgästen leicht überschritten.
Besonders interessant war, dass am Flügelbahnhof nur genau ein einziger Mitarbeiter der Deutschen Bahn vorzufinden war: ein mutiger Zugbegleiter aus der Regionalbahn nach Mittenwald, der den Leuten zurief, wer nach Pasing wolle, solle sich schnell einen Platz in seinem Zug suchen. Ansonsten war da gähnende Leere im BeZUG auf Bahnmitarbeiter, die die Krise irgendwie in geregelte Bahnen hätten lenken können.
Auffällig ist auch, dass gerade heute der Fahrplan umgestellt worden ist. Ob das mit der "größeren Störung" im Tunnel im Zusammenhang steht, überlasse ich mal der Phantasie der geneigten Leser. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Wartungsintervalle für die S-Bahn-Züge immer weiter gestreckt werden. Und hier hat wohl mal wieder einer der Züge das Limit überzogen.