Ich war dieses Wochenende mal wieder mit'm Rad unterwegs. Es war auch mal wieder allerhöchste Zeit. Habe gestern extra noch die aktuelle Openstreetmap-Karte auf mein Garmin hochgeladen und dachte, es wird mich schon vernünftig nach Neuburg a. d. Donau routen.
Nunja, angekommen wäre ich sicher irgendwann, aber meine letzte Fahrt dorthin war nur 78 km lang. Die erste errechnete Route sah recht gut aus und ich bin gestartet. Irgendwann meinte mein eTrex Vista HCx aber mal, die Route erneut zu berechnen und verlegte den Weg "ein wenig". Die resultierende Route war auf einmal 111 km lang sein. Mit diesem Gedanken konnte ich mich aber irgendwie gar nicht anfreunden. Die neue Route resultierte aus kleinen "Lücken" im Kartenmaterial, die der Routingalgorithmus natürlich zu umgehen versucht. Das legt den Schluss nahe, dass wir noch diverse Male Hand an die OSM-Karte legen müssen, damit sie "perfekt" routet.
Ich behalf mir dann, in dem ich mich etappenweise führen ließ und konnte die Gesamtstrecke auf 90,2 km (laut Garmin, GPSies.com spricht von 86,2 km) verkürzen konnte. Die ersten knapp 60 km habe ich im Regen zurückgelegt, obwohl auf Niederschlagsradar alles darauf hingewiesen hatte, dass ich eine Lücke zwischen den Regenwolken erwischen würde. Aber das Wetter ist halt nicht immer so kooperativ.
Kaum hatte der Regen aufgehört, hat mich ein ständiger Gegenwind für den Rest der Strecke "bei Laune" gehalten (Ihr dürft raten, welche Art von Laune das wohl war). Die letzten 4 km waren dann ein einziges Ringen mit meinem inneren Schweinehund, ob ich aufgeben und meinen Kollegen, zu dem ich unterwegs war, anrufen und um Hilfe bitten sollte. Die Batterien waren definitiv auf Reserve. Aber ich hab's dann doch noch bis zum Ziel geschafft. Ich soll aber recht blass um die Nase dreingeschaut haben, als ich im Garten auf meine Freunde getroffen bin. Das war glücklicherweise nur ein vorübergehender Zustand, der sich mit einigen Stücken Hefezopf mit einem Zentner Marmelade, einer großen O-Saft-Schorle und anschließend einer heißen Dusche wieder beheben ließ.
Nach dem vielen Regen gestern müsste ich eigentlich braun vor lauter Rost sein (vor allem, weil ich irgendwo auf der Strecke mein hinteres Schutzblech verloren hatte). Und wer denkt schon daran, einen Sunblocker mitzunehmen, wenn's es dauernd regnet? Den hätte ich heute auf der Rückfahrt aber gut brauchen können, denn ich hatte vom Start weg Sonnenschein ... und zu meinem Leidwesen wieder über 90% der Strecke Gegenwind. Besonders Gegenwind bei Steigungen über 8% können einen recht leicht frustrieren. Nach 40 km auf'm Rad tendieren übrigens Orte mit Namen wie "Berg im Gau", "Kleinberghofen" und "Großberghofen", ihren Charme zu verlieren. Entsprechend erleichtert war ich, als ich dann nach fünf Stunden (beim letzten Mal hatte ich nur vier Stunden gebraucht), einmal genommener Vorfahrt mit viel Adrenalin, 40 Brennnesseln und einem Beinahesturz endlich total ausgepumpt und von der Sonne geröstet daheim ankam. Ich freue mich schon auf meinen morgigen Muskelkater, vom Sonnenbrand mal ganz zu schweigen.