Thursday, June 3. 2010
Der Besetzungspoker um das Amt des Bundespräsidenten geht weiter. Nun fühlt sich Ministerpräsident von Niedersachsen, Christian Wulff (CDU) dazu berufen, sich der Bundeskanzlerin als Nachfolger für den zurückgetretenen Horst Köhler anzubieten.
Mir kommt es jetzt so vor, als würde man versuchen, den Teufel mit dem Belzebuben auszutreiben, nachdem Ursula von der Leyen doch - glücklicherweise - zuviel Gegenwind aus vielerlei Lager ins Gesicht bließ. Selbst aus dem Lager der FDP kam ein Aufschrei der Ablehnung. Auf Telepolis findet sich ein netter Artikel, der umschreibt, warum Ursula von der Leyen bei weitem die schlechteste Anwärterin für das angestrebte Amt ist.
Da fühlt man sich als in Oberbayern lebender natürlich herausgefordert, sich doch ein genaues Bild über den Aspiranten zu machen. Aber was man dann so findet, ist nicht wirklich beruhigend.
EsoWatch weist dezent darauf hin, dass Christian Wulff eher dem evangelikalen, also christlich-fundamentalistischen Lager zuzuordnen ist. Als Angehörigen des Kuratoriums von "Pro Christ" darf man wohl kaum davon ausgehen, dass man von Christian Wulff Unparteilichkeit, Toleranz und Weltoffenheit erwarten darf. Ich denke, ich stehe nicht allein mit meiner Meinung, dass die weitere Ausbreitung des religiösen Fundamentalimus jeglicher Art kaum zur Verbesserung unserer Lebensumstände beitragen kann. Und ich will definitiv keinen religiösen Fundamentalisten im höchsten Amt des Staates.
Auch das Demokratieverständnis von Christian Wulff scheint weniger stark ausgeprägt zu sein, sonst hätte er sicher nicht 2005 den Big Brother Award in der Kategorie Behörden & Verwaltung für seine herausragende Leistung bei der Zerschlagung der Datenschutzaufsicht in Niedersachsen erhalten. Ein Einhaltung von Datenschutzrichtlinien scheint für den Präsidentenaspiranten von nachrangiger Wichtigkeit zu sein. Man möge sich ein paar Gedanken darüber machen, warum jemand sich in dieser Weise einsetzt.
Alles in Allem sehe ich in Christian Wulff nicht die Eigenschaften, die ich der Person des Bundespräsidenten wiederfinden möchte.
Thursday, July 16. 2009
Heute haben wir's wohl besonders mit dem Glauben.
Zuerst stellen die Iren Gotteslästerung unter Strafe (aber nur bis zu 25.000 €, also Peanuts) [Bericht dazu z. B. bei SpOn]. Eine Wendung, die wohl für die meisten Menschen recht unerwartet kommt. Ich finde es schon extrem verwirrend, dass einerseits die Allierten um die USA - also mehr oder weniger der Großteil der "zivilisierten westlichen Welt" - gegen den Islamismus (Unwort für "Fundamentalistische, irregeleitete Muslime, die den Schuss nicht gehört haben") in der Welt vorgehen, im gleichen Atemzug die schöne grüne Insel aber einen doppelten Salto rückwärts ins Mittelalter auf die Sprungmatte legt. Und das passiert im säkularisierten Europa. Ziemlich erschreckend. Wohin geht wohl diese Reise?
Und dann sitze ich da ganz unschuldig schuldlos im Bus und ein (nach eigenen Aussagen) Frührentner, der (nach eigenen Aussagen) schon diverse Psychosen hinter sich gebracht hat, versucht, eine (nach eigenen Aussagen) 67jährige Rentnerin zum christlichen Glauben zu bekehren. Mir erschien es jedenfalls sehr befremdlich, als er fragte, ob sie eine Bibel daheim hätte und darin lesen würde und er meinte, seine Bibel gäbe ihm sehr viel, wir sollten froh sein, dass Jesus Christus für uns am Kreuz gestorben wäre und all unsere Sünden auf sich genommen hat.
Interessant fand ich dabei, dass die nicht bibellesende, ältere Dame, die sich von der institutionalisierten Kirche distanzierte, sämtliche Aussagen ihres missionarischen Nebensitzers sanft, aber bestimmt relativierte.
Nun, um Missverständnissen vorzugreifen, ich bin für den Schutz der Religionsfreiheit und jeder soll mit seinem Glauben glücklich werden, aber ich möchte auch in aller Ruhe religionsfrei sein können, ohne durch schwache, aber gut hörbare Indoktrinationsversuche im Bus von meiner wissenschaftlichen Lektüre abgelenkt zu werden.
Wednesday, May 6. 2009
Der Isotopp brachte mich darauf, das Quiz Which religion is the right one for you? (new version) mal zu testen. Und so schaut's aus.
Sunday, February 1. 2009
Es ist schon erschreckend, dass eine aktuelle Studie im Mutterland solch großer Wissenschaftler wie William Gilbert, Sir Isaac Newton, Henry Cavendish, Charles Darwin, Alfred Russel Wallace, Stephen Hawking erbrachte, dass ungefähr die Hälfte der britischen Bevölkerung der biblischen Schöpfungsgeschichte glaubt und die Darwin'sche Evolutionstheorie zumindest anzweifelt, wenn nicht sogar völlig ablehnt. Mehr als ein Fünftel ist zu den Kreationisten zu zählen. Es ist ein Trauerspiel, wenn man dabei zusehen muss, wie eine doch wohl zu den zivilierten Ländern zu zählende Nation beginnt, seine findigen Geister Lügen zu strafen und ihre eigenen wissenschaftlichen Errungenschaften über Bord werfen zu sehen. Wie geht es weiter? Wird sich jemand die Mühe machen, das britische Bildungssystem zu sanieren oder wird man dem Kreationismus weiter den Boden bereiten? Was bleibt als nächstes auf der Strecke? Soccer? Golf? Fish'n'Chips? Manchmal kommt es mir so vor, als stünde das Ende des Abendlandes bevor. Vielleicht gibt's ja auch bald Taliban-Fürsten im House of Lords ...
Tuesday, September 30. 2008
Ich hab heute Abend mal meine Zeit damit verschwendet, ein bisschen die Medien abzugrasen, was den Wahlkampf in den US of A angeht, nachdem das Bohei in Bayern ja gerade abgeklungen ist (ok, 'ne Landesregierung will ja noch gebildet werden, aber das ist eine ganz andere Geschichte). Ganz besonders ist mir dabei die Nominierung von Gov. Sarah Palin zur potentiellen Vizepräsidentin durch "Ich bin fast schon tot"-John McCain aufgestoßen. Dabei hat mich ein Interview mit Matt Damon zu diesem Thema, auf welches ich bei Youtube gestoßen bin, sehr erfreut. Man kann nur hoffen, dass sich mehr Leute zu Herzen nehmen, was er dort zu sagen hat.
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Sunday, August 24. 2008
Ich denke, die meisten werden mir zustimmen, wenn ich behaupte, dass der Großteil der US-Bevölkerung an mangelnder Bildung und an völliger Abwesenheit von gesundem Menschenverstand leidet. Kleine Beispiel von Stilblüten, die diesen Zustand bestätigen, finden sich zu Hauf auf (The Customer Is) Not Always Right. Die Beiträge, die mich zu meinen heutigen Gedanken geführt haben, waren insbesondere Teil 1, Teil 2 und Teil 3 von "Just Tell ‘Em What They Want To Hear". (Danke, Michael). Aber mir schwebt schon eine Lösung vor.
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Tuesday, February 26. 2008
In der Onlineausgabe von "Die Presse" vom 26.2.2008 wird berichtet, dass die palästinensische Hamas mit ihrer Sendung "Pioniere von morgen" Kinder zum Märtyrertum indoktrinieren will. Wäre man nun ausreichend sarkastisch, könnte man das als genau den richtigen Weg betrachten. Denn würde jedes für fundamentalistische Umtriebe empfängliche Kind sich vor der Geschlechtsreife im Kampf gegen die Ungläubigen als Hundefutter an Wände klecksen, wäre das Problem in ca. einer Generation gelöst. Fundis, die sich nicht fortpflanzen, sterben aus. Das wäre eine ganz neue Spielart des Darwin-Awards.
Wednesday, July 18. 2007
Also, so langsam wird mir das echt unheimlich. Da denkt man sich "Super, Du hast die Schule geschafft und hast sogar soviel gelernt, dass Dich die Erkenntnis eingeholt hat, dass Du nichts weißt. Du hast Dein Biologie-Studium geschafft, hast ein Diplom in der Tasche und darfst Dich fortan Naturwissenschaftler schimpfen. Hast Jahre in der Uni, in Vorlesungen und Labors verbracht, hast Dir Nächte mit Fachbüchern um die Ohren geschlagen ... und jetzt? Alles für die Katz ... ist ja alles erstunken und erlogen!"
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